die Rebe

 

das Jahr der Rebe

im Januar

Der Winter, oft Sinnbild der Stille, lässt die Rebe schlafen. Im kalten Boden laufen, wie bei den Murmeltieren im Winterschlaf, minimale Lebensprozesse ab. Auch bei tiefen Temperaturen erfrieren die Reben nicht ohne weiteres. Die Rebe hat ein internes „Frostschutzsystem“. Diesem Selbstschutz sind zwar Grenzen gesetzt. Sinkt die Temperatur unter minus 16°C, so können Augen und Holz erfrieren. 
 

im Februar

Die Winterruhe geht langsam zu Ende. Hormonale 
Umstellungen lassen die Rebe allmählich erwachen. An warmen Tagen ist der Winzer im Rebberg anzutreffen. Er schneidet die Stöcke. Aus den Schnittwunden tropft Wasser, das die Wurzeln nach oben pumpen. Die Rebe „weint“; sie reinigt sich und das Wasser hindert holzzerstörende Pilze am Eindringen in den Rebstock. 

im März

Mit dem höheren Sonnenstand erwärmen sich Boden und Reben. Der Winterschlaf ist endgültig vorbei. Nach dem Schnitt werden die Strecker, das Tragholz der Rebe, an die Drähte gebunden. Dies kann erst geschehen, wenn das Holz, dank genügend Wärme und Feuchtigkeit, weich geworden ist und sich biegen lässt. 

im April

Ein interner „Temperaturzähler“ signalisiert der Rebe, dass Knospenschwellen und Austrieb beginnen können. Mit der vermehrten Wasseraufnahme durch die Wurzeln werden die im Rebstock vorhandenen Reservestoffe mobilisiert. Es handelt sich um Zucker und Eiweise, die im vorigen Sommer eingelagert wurden. Die Rebe ist eine sparsame Pflanze. Erst treiben die oberirdischen Organe aus, später beginnen auch die Wurzeln zu wachsen. Dadurch verbraucht sie nicht sofort alle Reserven. Oft sind die ersten Bodenpflegemassnahmen angesagt. 

im Mai

Die jungen Triebe beginnen zu wachsen. Die kleinen Blütenstände, die Gescheine mit vielen Einzelblütchen, werden sichtbar. Diese entwickeln sich im gleichen Masse weiter, wie der Trieb an Länge zunimmt. Bald ist die Rebe nicht mehr auf ihre Reserven angewiesen. Die entfalteten Blätter produzieren Zucker und führen sie den Organen zu
den Triebspitzen, Blüten und Wurzeln. Nun beginnt ein emsig Treiben im Rebberg. Alle Hände sind beschäftigt, den Rebstock zu erlesen. Überzählige Schösschen werden weggebrochen, die Triebe eingeschlauft,  

im Juni

Das Triebwachstum ist noch nicht abgeschlossen und erfordert weiterhin viel Laubarbeit: Einschlaufen, Kappen der langen Schosse, leichtes Auslauben. Gegen Ende des Monats blüht die Rebe. Unscheinbar und im Verborgenen öffnen sich die Blüten. Für die Bestäubung sind keine Bienen nötig. Die Rebblüte ist ein Selbstbefruchter. Bald sind die kleinen grünen Beerchen sichtbar. 

im Juli

Einer Rebe und einer Geiss wird’s im Sommer nie zu heiss“. Ein anderes Sprichwort sagt: „Die Rebe erträgt nur den Schatten des Winzers“. Als ausgesprochen wärmeliebende Pflanze mag die Rebe viel Sonne. Nach wie vor müssen die Reben gegen Pilzkrankheiten gespritzt werden. Schädlinge werden heute meist durch Nützlinge bekämpft. Eine stets blühende Kräuterdecke fördert die Raubmilben sowie andere Kleininsekten und Spinnen, die dem Winzer helfen, die Schädlinge in Schach zu halten. 


im August

Im Laufe des Sommers wachsen die Beeren zu ihren vollen Grösse heran, werden gegen Ende August weich und beginnen sich zu verfärben. Der Zuckergehalt nimmt zu, die Säure ab. Nun werden die Blätter in der Traubenzone weggebrochen. Die Traube reift an der Sonne, sie bildet Farbe und Aromastoffe aus. Trägt die Rebe zuviel Trauben, werden die überzähligen herausgeschnitten, damit die verbleibenden besser reifen. Die Blätter arbeiten aber nicht nur für die Traubenreife, sie exportieren Zucker und andere organische Stoffe auch ins Holz und in die Wurzeln, um Vorräte anzulegen. Diese werden im Winter, beim Austrieb, aber auch im Sommer bei kühlerem Wetter wieder verbraucht. 

im September

Die Tage werden kürzer, Morgennebel verdecken die Sonne. Der Reifeprozess in den Beeren geht langsam weiter. Der Winzer muss nun seine Trauben gegen Vogelfrass schützen. Ein Schwarm Stare kann über Nacht einen Drittel oder die Hälfte des Zahltags fressen. Vor der Weinlese wird die Gründecke nochmals gemäht, um die Lesearbeiten zu erleichtern. Das Lesegeschirr wird bereit gestellt, die Helfer und Helferinnen auf die bevorstehende Weinlese aufmerksam gemacht. Das Holz verfärbt sich und wird Winterhart. Die Rebe bereitet sich auf die Winterruhe vor. 

im Oktober

Nun naht der Höhepunkt im Jahr der Rebe: die Weinlese. Frühe Sorten wie der Riesling x Silvaner werden oft bereits Ende September gelesen. Der Blauburgunder, und die vielen Spezialitäten werden später vollreif. Nicht nur im Rebberg, auch im Keller setzt emsiges Treiben ein. Bald saust und braust es in Standen und Fässern. Zucker wird zu Alkohol, weinspezifische Aromen werden gebildet. 

im November

Die letzten Spezialitäten werden gelesen, die Vogelschutzanlagen entfernt. Die Winterruhe der Rebe ist am tiefsten zwischen September und Dezember. Auch vorübergehend milde Wintertage wecken sie nicht auf. Die pflanzeneigenen Hormone verhindern einen vorzeitigen Austrieb. Während im Rebberg die Arbeit ruht, hält die Tätigkeit im Keller an. Jungweine werden umgezogen, von der Hefe befreit. Der Säureabbau und die Reinheit der Weine müssen laufend überprüft werden.
 
 
im Dezember 

Der Kreislauf der Rebe schliesst sich. Kahl strecken die Reben ihre Triebe in den grauen Winterhimmel. Die Rebe schläft. In Tanks und Fässern ist der biologische Säureab-bau im Gang, die Jungweine beginnen sich zu entwickeln. In Flaschen abgefüllt werden sie erst im Frühling oder Sommer.
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